DAS ONLINE PORTAL FÜR DEN TANZ IN BOCHUM, DORTMUND, ESSEN UND HERNE

 

TANZ AUS NRW IN NRW UND DARÜBER HINAUS SICHTBAR MACHEN








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TANZweb.org


Recherche, Arbeitsprozesse und Auseinandersetzungen im und mit dem TANZ und vor Allem die daraus entstehenden Werke und die damit verbundenen Künstlerpersönlichkeiten sichtbar und erlebbar zu machen, ist eines der zentralen Themen von SEEDance, der Trägergesellschaft von TANZweb.org.


Das Schreiben von TANZ und die Interpretation dieser "Texte" und deren Autoren durch die Tanzkünstler (aber auch die Rezeption dessen in Wort und Bild) liefern Gesellschaften und Individuen gleichermaßen authentische Ansätze für Gestaltungs- und Überlebensstrategien des Einzelnen in einer zeitgenössischen Wirklichkeit und der Fiktion und Vorbereitung einer nahen Zukunft.


Die Kunstform TANZ konzentriert sich weitgehend auf die letzte Bastion des Individuums zur Bestimmung seiner Identität in einer globalen und weitgehend virtuellen Welt: den eigenen Körper und dessen unverwechselbare Abgrenzung, Dynamik und Bewegung in Raum und Zeit.


Aufbauend auf die Erfahrungen und Erfolge von tanZwebkoeln.de soll beginnend in 2014 mit der konsequenten Ausweitung zunächst auf die südliche Rheinschiene, sukzessive das proklamierte Tanzland NRW in seinen einzelnen Hochburgen, Zentren und Ballungsgebieten erfasst und begleitet werden.


Das NRW KULTURsekretariat (Wuppertal) | Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen fördert die Sichtbarmachung von Tanzstädten und -regionen in NRW in Kooperation mit TANZweb.org


Als Ziel haben wir uns als Unternehmen TANZweb.org, gemeinsam mit privaten Mäzenen und Förderern, vorgenommen, das "TANZwebNRW.de" (und darüber hinaus) in naher Zukunft in ein europäisches Netzwerk einzubinden.



 

ESSEN

DORTMUND

©KAINKOLLEKTIV „Das Glitzern der Welt“

AM 23.SEPTEMBER STARTET DAS

Theaterfestival FAVORITEN 2016

„Das beste Theaterfestival der Welt!“ - sagen die Veranstalter


Im Herbst wird es blendend in Dortmund: Wir wollen schwindeln, faken, flunkern und mogeln! Alle anderen und uns selbst verschaukeln!

Unter dem Motto Blendwerke! dreht sich bei FAVORITEN 2016 alles um große Täuschungen und kleine Fälschungen, um die vielen Formen von Lügen, denen wir in unseren städtischen Gesellschaften ausgesetzt sind – oder uns selbst aussetzen. Denn die Stadt ist immerhin die Bühne, auf der verhandelt wird, wer wir sein sollen. Wo blenden, inszenieren und performen wir im Alltag?

Das Festival will nicht einfach entlarven, wieviel gelogen wird, sondern dazu aufrufen, sich mit ins Geschäft des Trugs und Scheins zu stürzen. Die Formate, die FAVORITEN 2016 zeigt, begreifen die Zuschauer folgerichtig als aktiv Wahrnehmende, Denkende, Fragende, die sich kreativ um ihre eigenen Lebensbedingungen kümmern und kümmern wollen.

FAVORITEN 2016 lotet die Ambivalenz echter Lügen und lügnerischer Echtheit aus und wirft ein Schlaglicht darauf, wie das frei produzierende Theater in NRW sich an den gesellschaftlichen Spektakeln reibt und eigene Schwindeleien erfindet. Dafür ruft wir ein Areal des totalen Schwindels im Dortmunder Unionsviertel aus: FAVORITEN 2016 – ein Festival im Mittendrin der Stadtgesellschaft.


Das seit 30 Jahren etablierte Festival zeigt Produktionen der frei produzierenden Darstellenden Künste aus NRW, die sonst nicht in Dortmund zu sehen sind und rückt so die freie Theaterlandschaft NRWs ins Zentrum einer regionalen und bundesweiten Aufmerksamkeit. FAVORITEN ist eine Dortmunder Institution und ist DAS NRW-Theaterfestival: Gegründet wurde es 1985 unter dem Namen „Theaterzwang“, es ist das älteste OFF-Festival Deutschlands. FAVORITEN findet alle zwei Jahre im Herbst in Dortmund mit einem Festivalzeitraum von zwei Wochen statt und bespielt dabei die Stadt in einer einmaligen Art und Weise. Das Festival ist von tragender Bedeutung für die freie Theaterlandschaft NRWs, denn es fördert die Szene, bietet ihr ein Forum zum Austausch und zur Vernetzung, fördert ihre Sichtbarkeit bundesweit und international und ist Plattform für künstlerische Innovation.

FAVORITEN wird veranstaltet vom NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V. und Kulturbüro der Stadt Dortmund


ALLE PROGRAMMPUNKTE TANZ UNTER „NEWS“


NOÉ SOULIER (FR)
FAITS ET GESTES

Tanz

Uraufführung




Wie kann eine Aktion das Gefühl einer Bewegung beim Publikum evozieren oder zum Anfang einer weiter gefassten Bewegung werden?

Wie entstehen komplexe Gespräche im Medium der physischen Be­wegung und wie können aus diesen verschiedenartigen Funktionen Erlebnisse hervorgerufen oder rekonfiguriert werden?

In seiner neuen Arbeit ›Faits et gestes‹ erforscht der junge französische Choreograph Noé Soulier gemeinsam mit seinen Tänzer*innen die verschiedenen Arten und Weisen, auf die Bewegung andere Bewegung hervorrufen kann. Auf seiner Suche nach deren verschiedenen Qualitäten – ob praktische Aktionen, abstrakte choreographische Phrasen oder gebärdensprachlich ausformulierte Sätze – fand Soulier Inspiration in so diversen Kontexten wie den Martial Arts oder barocken Kompositionen.

Bereits im vergangenen Jahr präsentierte Noé Soulier, in Frankreich längst als vielversprechendes Talent der Tanz- und Performanceszene gehandelt, seine Produktion ›Removing‹ als Uraufführung in der ehemaligen Waschkaue. Auch ›Faits et gestes‹ wird in Essen uraufgeführt und startet von hier aus auf eine Tournee durch Europa.

NOÉ SOULIER (FR)


Noé Soulier, Paris 1987, studierte am Pariser Konservatorium, der National Ballet School of Canada, und bei PARTS - Brüssel. Seinen Master-Abschluss machte er in Philosophie an der Sorbonne Universität (Paris IV). Noé Souliers Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Spannungsfeld zwischen Gespräch, Mimik und Gesten. In ›Signe blanc‹ (2012) und ›Movement on Movement‹ (2013), untersucht er inwiefern Gesten an der Konstruktion von Bedeutung beteiligt sind. mehr…

Verena Billinger & Sebastian Schulz
Violent Event ˟

Ort: Aula der Berufskollegs / SHOWSPIELHAUS
Termin: 30. September, 19:30 Uhr



Konkreter als gewalttätig geht es nicht. Auch nicht auf der Bühne. Doch Verena Billinger und Sebastian Schulz stellen physische Brutalität nicht einfach als authentisch hin, sie zeigen, dass Gewalt ebenso von Gesten und Choreographien durchzogen ist wie der Rest der Zivilisation.Violent Event ˟ ist schockierend und komisch, subtil und brachial. Hinsehen? Wegsehen? Weggehen? You decide.


Fünf Menschen stehen am Rand des Bühnenraums und betreten ihn nach und nach, zuerst in Zweier-Konstellationen, später auch zu dritt, viert, fünft. Sie verabreden Regeln, nach denen sie sich schlagen, treten, würgen, fesseln, beschießen, mit Wasser foltern. Das Publikum sieht dieser Gewalt zu, muss sie ertragen. Denn obwohl es ein Spiel ist, obwohl die Vereinbarungen offenkundig sind, tut es weh, die Vorgänge anzusehen. Auf einem Bildschirm im Hintergrund laufen sekundenlang Clips winkender Wesen: Prominente, Beauties, Schulkinder, Tiere. Zwischendurch fährt ein Vorhang aus Plastik herunter, filtert das zu Sehende, macht es undeutlich, macht es schmerzhafter. Die Rettungsdecke – auf der einen Seite golden, auf der anderen silbern beschichtet – wärmt nicht, sie fängt Feuer. Sie rettet niemanden mehr.


2012 zeigten Billinger und Schulz im Rahmen von FAVORITENRomantic Afternoon *, das eine Choreographie des Küssens untersuchte (beim Festival ausgezeichnet mit dem Preis des NRW KULTURsekretariats). Violent Event ˟ behandelt die gegenteilige Form körperlicher Nähe. Hier geht es nicht um Zärtlichkeit. Hier geht es um die blauen Flecken, die jede*r Performer*in an diesem Abend davonträgt – und um noch mehr: Die Choreographien der Kämpfe werden wiederholt und damit sind sie wiederholbar. Gewalt ist nicht da, sondern wird erlernt. Die Performance wird selbst zur gewalttätigen Struktur: Wo endet die Übereinkunft, und wo beginnt der Übergriff?